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Winterlandschaft
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Höhe
100.0
Breite
150.0
Material
Öl
Malgrund
Leinwand
Entstanden
1915
Inv.Nr
G 0240

Edvard Munch © The Munch Museum/The Munch Ellingsen Group/ VBK, Wien 2011

Während Munchs staatlich geförderte Aufenthalte in Paris von der Öffentlichkeit unbemerkt blieben, zeitigte kurz danach eine "unüberlegte" Einladung des Berliner Kunstvereins im Jahr 1892 eine enorme Wirkung. Der dadurch hervorgerufene Skandal schied nachhaltig die künstlerischen Geister in der bis dahin konservativen deutschen Hauptstadt und hat wohl letztlich die Berliner Sezession im Jahr 1898 verursacht. Über Nacht war der junge Munch zu einem der bekanntesten Künstler in ganz Deutschland geworden. Er schrieb damals an seine Mutter, dass er keine bessere Reklame hätte bekommen können. Nicht nur seine nervöse, flüchtige Malweise erregte Ärgernis, auch seine subjektivistischen Themen stießen vorerst auf allgemeines Unverständnis einerseits. Andererseits riefen sie Begeisterung bei den jüngeren Künstlern hervor, so dass Munch als einer der Ahnen des späteren Expressionismus gelten darf. Seine geistige Heimat fand er in literarischen Kreisen, zu welchen beispielsweise der Dramatiker August Strindberg zählte. Der mit Munch befreundete polnische Dichter Przybyszewski bezeichnete 1894 dessen Kunst treffend als "psychischen Naturalismus". Noch heute berühmt sind die Darstellungen von psychischen Extremzuständen, wie in Der Schrei von 1893 (Oslo) veranschaulicht.

Die verstärkte Beschäftigung mit der Landschaftsmalerei, wie sie sich in der Winterlandschaft von 1915 manifestiert, steht gewiss in Zusammenhang mit Munchs schwerem Nervenzusammenbruch im Jahr 1908 und der darauffolgenden Rückkehr in seine norwegische Heimat. Die ein wenig an Ferdinand Hodler erinnernden winterlichen Darstellungen und deren weitgehend kühle Palette von Weiß, Blau und Grün dominieren in seinem landschaftlichen Oeuvre. Im Unterschied aber zu Winter am Fjord (Oslo), ebenfalls 1915 entstanden, zeigt Munch in Winterlandschaft den Übergang der Jahreszeiten, den schon frühlingshaften Winter. Man blickt von der felsig zerklüfteten Küste auf das Gewässer eines Fjords. Im Vordergrund hat sich eine Schneeflechte in ein Schattenloch zurückgezogen, die grüne Vegetation kehrt zurück. Vielleicht wäre die Winterlandschaft auch als eine "seelische" Landschaft zu bezeichnen und gäbe, so betrachtet, Auskunft über Munchs in der Natur Norwegens wiedergewonnenes, psychisches Gleichgewicht.