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Nackter Jüngling und Mädchen am Strand
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Höhe
104.0
Breite
76.0
Material
Öl
Malgrund
Leinwand
Entstanden
1913
Inv.Nr
G 0383b

Die vorliegende grosse Leinwand ist, wie so oft bei Kirchner, beidseitig bemalt: Die eine Bildseite, die wohl ins Jahr 1913 zurückgeht, zeigt einen nackten Jüngling und ein junges Mädchen am Strand; die andere Seite, die wahrscheinlich erst im darauf folgenden Jahr bemalt wurde, gibt zwei weibliche Akte in einem Raum wieder. Vertraut man dem Werkkatalog des Künstlers, so hat man das früher entstandene Bild mit den jungen Menschen am Strand als die Hauptseite zu betrachten. Was die gestalterische Qualität angeht, steht ihm die Rückseite mit den beiden Akten im Raum freilich kaum nach.

Das Bild auf der Vorderseite erinnert an eine Thematik, die der Künstler – von seinen Aufenthalten an den Moritzburger Seen inspiriert – schon 1909–1911 oft behandelt hatte: Dargestellt sind nackte junge Menschen in freier Natur. Nur ist das vorliegende Werk nicht an den Moritzburger Seen entstanden, sondern auf der Ostsee-Insel Fehmarn, wo der Künstler mit seiner Lebens-gefährtin Erna Schilling von 1912 bis 1914 regelmässig den Sommer verbracht hat. Die für Fehmarn typischen runden Felsen sind ebenso klar zu erkennen wie das niedrige Gebüsch, mit dem dort die Sanddünen befestigt werden. Die Darstellungsweise der Figuren mit ihren extremen Überlängungen und Zuspitzungen ist vergleichbar mit anderen Bildern aus dieser Zeit, etwa den berühmten Kokotten auf dem Potsdamer Platz.