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Höhe
100.0
Breite
200.0
Material
Öl
Malgrund
Leinwand
Entstanden
um 1916
Inv.Nr
G 0107

Während sich in Europa die politischen Verhältnisse und die künstlerischen Stilrichtungen vor und nach dem Ersten Weltkrieg Schlag auf Schlag veränderten, entfaltete sich Monets impressionistisches Spätwerk in der Abgeschiedenheit seines Landhauses in Giverny in ruhiger Konsequenz. Von ungefähr 1898 an bis zu seinem Tode widmete er sich hauptsächlich einem einzigen Motiv: dem seiner Seerosen, für die er eigens Teiche nach japanischen Vorbildern in seinem Garten hatte anlegen lassen. Damit vollendete er die Idee von Serien dekorativer Motive, die er besonders in den neunziger Jahren forciert hatte. Man denke beispielsweise an die Bilder der Seine am Morgen, diverse Heuschober auf Feldern bei Giverny oder die Ansichten der Kathedrale von Rouen zu unterschiedlichen Tages- und Jahreszeiten. Seine Seerosen sollten letztlich in der Form eines großartigen Panoramas zusammen ausgestellt werden. Dies geschah erst post mortem 1927 in Paris. Dort sind sie heute wieder im Musée d'Orangerie zu bewundern.

In einem breitformatigen Ausschnitt, der ausschließlich den stillen Teich ohne sein begrenzendes Ufer zeigt, hält Monet sein meditatives Schauen malend fest. Auf dem Teich liegen auf der rechten Bildhälfte größere oder kleinere Gruppen von Seerosen. Es spiegelt den hellblauen Himmel links und nach rechts die am Ufer stehenden grüngelben Weiden. Georges Clemenceau, als französischer Ministerpräsident der "Père de la Victoire" und enger Freund Monets, kannte die postume Ausstellung der Seerosen von 1927 und deutete diese Panneaus tiefgehend in seinem ein Jahr später erschienenen Buch über Monet: "... Und zunächst, was sieht man? Eine mit Blumen und Blättern überladene Wasserwiese, entzündet durch die Sonnenfackel mit den Wechselwirkungen der Himmelsfläche und des Wasserspiegels. Sie lösen Reize aus, durch die der Mensch sich immer mehr dem Ding an sich nähert. Alle Kräfte der Ausstrahlung der Erde und des Himmels werden herbeigerufen, um vor uns gleichzeitig das unsagbare Erstaunen über ein Schauspiel aufzurollen, in dem sich die Freuden des Traumes und die Frische der ursprünglichen Empfindung mischen. Ein Streben nach dem Unendlichen, das von der zartesten Empfindung der fühlbaren Wirklichkeit unterstützt wird, bis zu den letzten Schwingungen des Nicht-mehr-Wahrnehmbaren: Das stellen die Panneaus dar."