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Höhe
92.0
Breite
89.0
Material
Öl
Malgrund
Leinwand
Entstanden
1925
Inv.Nr
G 0300

Das von Cézanne gerühmte Auge Monets begann sich vor dem Ersten Weltkrieg zu trüben. Die Behinderung des Sehens durch beidseitigen Grauen Star verschlimmerte sich derart, dass Monet 1923 mehrere Augenoperationen über sich ergehen lassen musste. Fortan war er gezwungen spezielle Brillengläser zu tragen, um eine gelegentliche Gelb- oder Blausichtigkeit auszugleichen. Dennoch blieb der schon über Achtzigjährige den Prinzipien der Pleinair-Malerei seiner Anfänge treu. Angefochten weder von der Ideologie des Surrealismus noch der kalten Objektivität der 'Neuen Sachlichkeit' sah Monet den Sinn seiner Malerei allein in der malerischen Rühmung der sichtbaren Wirklichkeit. Nach 1945 waren es gerade diese Bilder aus dem Alterswerk, die den Avantgardisten des abstrakten Expressionismus, beispielsweise Jean-Paul Riopelle, als Anregung und Legitimation dienten. Mit dem Unterschied, dass sie an Monets Werken etwas einseitig nur die Virtuosität und damit verbunden den Grad der malerischen Abstraktion interessierte.

Trotz seiner Sehbehinderung malte Monet unermüdlich an seinen Seerosen weiter, daneben arbeitete er auch an anderen Zyklen. So begann er 1922 mit der ersten von insgesamt drei Serien von Häusern in den Rosen. Im Sommer 1925 entstand die zweite, zu der das gezeigte Bild La Maison dans les roses gehört. Der Standpunkt des Malers in seinem Garten in Giverny bleibt jeweils der gleiche. Der Betrachter schaut frontal auf das Landhaus. Links vorn und etwas zurückgesetzt rechts stehen gewaltige Rosensträucher Spalier für ein Beet mit Irisbüscheln, welche in die Tiefe direkt zum Haus führen. Geöffnete Fenster sind sichtbar, in denen man sogar Personen zu erkennen meint, schließlich ein dunkles Schieferdach, welches wie ein farbiger Balken das Bild nach oben begrenzt. Wie frei und sicher ist der Pinsel geführt, wie zum Leben die Vegetation erweckt. Duftig sind die Farben der Blumen zu Pastelltönen von Rot, Grün und Blau modelliert und symphonisch aufeinander abgestimmt. Der Dichter und Kritiker Paul Valery besuchte Monet im September 1925 bereits in einer von Todesahnungen gefärbten Atmosphäre: "Er zeigt uns seine letzten Bilder. Fremdartige Rosenbüschel, eingefangen unter einem blauen Himmel. Ein düsteres Haus."