20 / 242  
Blick vom alten Schloßweg auf Dorf und Schloß
image zoom Bild Zoom
webclip Webclip
Entstanden
um 1853
Inv.Nr
G 0103

Mit diesem kleinen Bild, welches auf der Bildrückseite wohl zu recht Friedrich Loos zugeschrieben wurde, steht der aus Graz stammende Maler und Grafiker in der Tradition der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts aufkommenden realistischen Landschaftsmalerei in Wien und München, man denke an die Werke seines frühen Lehrers Joseph Rebell. Er erlitt das fast typische Schicksal eines Künstlers, welches mit vielen Ortswechseln verbunden war: Loos studierte in Wien, lebte eine zeitlang in Italien und beschloss sein langes Leben als Zeichenlehrer an der Universität in Kiel.

Es lässt sich vermuten, dass Loos dieses Bild, vielleicht vor Ort skizziert, um 1851 malte, als er sich auf der Durchreise nach Italien wohl für kurze Zeit auch im Fürstentum Liechtenstein aufhielt. Sein Gemälde ist für die Landesgeschichte Liechtensteins ein wichtige Quelle, da es eine der seltenen wirklichkeitsgetreuen Abbildungen der Zeit um die Mitte des 19. Jahrhunderts darstellt. Blickfang dieses strahlenden Sommermorgens über dem Rheintal ist auf dem bewaldeten Fels das wehrhafte Schloss Vaduz, dessen Zinnen und Dachgiebel ein wenig die Silhouette der Berge überragen. Unterhalb des Schlosses, noch im Schatten liegend, sieht man das Dorf Vaduz, dessen heutige Gestalt sich bereits erahnen lässt. Zahlreiche, heute noch stehende Gebäude lassen sich identifizieren, im Vordergrund Häuser des heutigen Mitteldorfes, dahinter das "Amtsviertel". Man erkennt die "Taverne zum Adler", heute das Landesmuseum, oder das "Verweserhaus"; auch diverse andere Gebäude, die heute längst nicht mehr existieren. Abseits der Durchgangsstrasse im Lett und im Aeule allerdings ist noch keine Besiedlung zu sehen, da man erst um 1880 dort zu bauen begann.