Der aus
Innsbruck stammende Markus Prachensky, der an der Wiener Akademie studiert hatte, gehört zu jenen
jungen österreichischen Künstlern, die in Wien Ende der
fünfziger Jahre durch skandalöse Aktionen Aufsehen
erregten. Nachdem er sich zum Promotor einer völlig neuen Art
Malerei, der Peinture liquide, erklärt hatte, goss er, um
seine Theorie zu illustrieren, im Theater am Wiener Fleischmarkt
mehrere hundert Liter Farbe über eine Wand.
Bald
darauf fand Prachensky für seine ausgesprochen gestische Art der
Malerei eine Gestaltungsmethode, der, obschon dies kaum sichtbar
wird, ein strenges architektonisches Gerüst zugrunde liegt -
ursprünglich hatte Prachensky nämlich Architektur studiert.
Die Grundstruktur seiner Gemälde bilden senkrecht oder schräg
stehende parallele Farbbalken, die mit breitem Pinsel souverän
auf die Fläche gesetzt sind. Darüber schweben weitere
farbige Schichten, diesmal in horizontaler Ausrichtung, so dass sich
ein dichtes farbiges Gewebe ergibt.
Auf dem
sehr kraftvollen Bild der Sammlung Batliner ist von links nach rechts
direkt auf die weisse Grundierung ein energischer dunkelgrüner
Strich gesetzt, darauf in einem helleren Grün ein paar
Wellenformen und einige sehr zufällig wirkende Farbspritzer.
Nach unten stossen sechs rote Balken in leicht schräger
Ausrichtung bis zum Bildrand vor, welche die Komposition wie
Tischbeine zu tragen scheinen.
Der Titel
Amanpuri bezieht sich vermutlich auf Eindrücke, die
Prachensky von einer seiner Weltreisen nach Hause gebracht hatte.
Amanpuri ist eine kleine thailändische Insel in der Nähe
von Phuket. Das vorliegende Gemälde ist, wie die Zahl 12 auf der
rückseitigen Bezeichnung beweist, das zwölfte einer Serie
von Bildern gleichen Titels.



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